Voller Empfang bei optimaler Usability
UID gestaltet Bedienoberfläche für neuen TV-Sender von Rohde & Schwarz
Für optimalen TV-Empfang sorgt die neue Sendergeneration R&S THU9 von Rohde & Schwarz. Von der Anforderungserhebung über Konzeption, Design und Prototyping bis hin zu Usability Tests – UID begleitete Rohde & Schwarz auf dem Weg zur neuen Benutzungsoberfläche. Die Herausforderung: Die Anforderung heterogener Nutzergruppen berücksichtigen sowie komplexe Inhalte verständlich darstellen.
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Der Hintergrund
Rohde & Schwarz ist ein international führendes Unternehmen der Kommunikations- und Rundfunk-Technik. Für die Übertragung von TV-Programmen bietet Rohde & Schwarz eine Vielzahl von Produkten – von der Einspeisung und Bündelung des Signals in der Sendeanstalt über den Transport zur Sendeanlage bis hin zur Überwachung des Signals. Sendeanlagen mit Rohde & Schwarz-Produkten finden sich auch auf Gebirgszügen weltweit.
Die Ausgangslage
Für die Qualität einer Sendeanlage spricht, dass sie selten gewartet werden muss: Läuft sie reibungslos, braucht das Bedienpersonal monatelang nicht vor Ort eingreifen. Fällt eine Komponente aus, kann je nach Senderkonfiguration eine Ersatzkomponente einspringen – der Zuschauer bekommt in solchen Fällen die Störung nicht mit.
Rohde & Schwarz entwickelte die neue Steuerungsgeneration R&S THU9. Im Gegensatz zum Vorgängermodell, das über ein kleineres, nicht touchfähiges Display verfügte, ist die neue Steuerungsgeneration mit einem versenkbaren, resistiven 7-Zoll-Touch-Panel ausgestattet. Der Technologiewandel machte eine Neugestaltung der Benutzungsschnittstelle notwendig.Die Ziele
Bei der Gestaltung der Benutzungsschnittstelle standen die verständliche Visualisierung des Systemzustands und einfache Bedienung im Mittelpunkt. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die heterogene Nutzergruppe dar. Einerseits soll die Bedienoberfläche den Anforderungen von Konstrukteuren gerecht werden, die monatelang mit demselben Steuerungstyp arbeiten. Gleichzeitig müssen auch jene Anwender das System einfach bedienen können, die es nur sehr selten verwenden. Das Personal des Senderbetreibers arbeitet bei problemlosem Betrieb oft ein ganzes Jahr lang nicht mit dem System. Im Bedarfsfall müssen sie sich jedoch schnell zurechtfinden und aus hunderten Parametern zielsicher den richtigen lokalisieren.
Eine weitere Anforderung ist, die Bedienoberfläche flexibel an unterschiedliche Sender-Komplexitäten anpassen zu können: Sender-Anlagen sind modular aufbaubar und reichen von einem einfachen Single-Drive-Sender bis hin zu acht Dual-Drive-Sendern mit mehrfachen Redundanz-Einheiten. Jede Konfiguration soll sich mit demselben Steuerungsbaukasten optimal abbilden lassen. Darüber hinaus wird die Steuerung sowohl auf dem Frontpanel als auch über einen Webclient bedient. Die Benutzungsschnittstelle sollte dabei so gestaltet werden, dass beide Zugänge aus demselben Code generiert werden können.
Die Vorgehensweise
Die Interface-Experten von UID ermittelten zunächst zusammen mit dem Rohde & Schwarz-Projektteam die typischen Anwender sowie relevante Anwendungsfälle und erhoben die grundlegenden Anforderungen an die Sendersteuerung. Darauf aufbauend erstellten sie gemeinsam in mehreren Workshops das Konzept für die Benutzungsschnittstelle. Nach einer ersten Evaluation entwickelten die UID-Experten das Grundkonzept weiter; anschließend gestalteten, testeten, überarbeiteten und dokumentierten sie die einzelnen Bereiche der Oberfläche.
Die Erwartungen von Rohde & Schwarz an die grafische Gestaltung ermittelten die UID-Designer in einem Moodchart-Workshop. Die dort erarbeitete Designrichtung setzten sie anhand mehrerer Dialoge beispielhaft um. Nachdem erste Muster des später tatsächlich eingesetzten Touch-Panels vorlagen, passten sie das gewählte Design so an, dass es auf dem Touch-Panel-Muster zum gewünschten Design-Eindruck führte. Auf Basis dieser Vorgabe arbeiteten die UID-Designer anschließend die Grafikressourcen aus.Das Ergebnis
Einfach bedienbar, informativ, übersichtlich, flexibel – das zeichnet die Bedienoberfläche der neuen Sendersteuerung aus. Am linken Rand des Screens findet der Nutzer die zentralen Funktionen der Sendersteuerung, am unteren Rand den Navigationspfad. Der Zustand des Systems ist jederzeit erkennbar: Hinweise in den Ampelfarben an Komponenten und Parametern sowie im Pfad machen Probleme auf den ersten Blick sichtbar und erleichtern so die Navigation zu den Problemstellen. Mit vordefinierten, häufig verwendeten Aufgaben wie Kalibrieren erreichen ungeübte Nutzer schnell und einfach ihr Ziel. Anwender, die das System häufig nutzen und den konkreten Senderaufbau kennen, bevorzugen stattdessen die komponentenbasierte Navigation. Sie orientiert sich nicht an einzelnen Anwendungsfällen, sondern an den physikalischen Einheiten des Systems.
Jeder Screen enthält eine Vielzahl von Inhalten, die den Nutzer umfassend informiert. Die Daten sind auf dem Display übersichtlich angeordnet und verfügen über ausreichend Platz, sodass sie leicht mit dem Finger bedienbar sind. Unter Berücksichtigung des Rohde & Schwarz Corporate Designs wählten die User-Interface-Experten von UID Schriften und Farben aus, die eine anschauliche Darstellung der komplexen Inhalte unterstützen.
In die Benutzungsoberfläche wurden zudem schwebend und dreidimensional wirkende Gestaltungselemente integriert – eine besondere Herausforderung für die UID-Designer. Durch die 3-D-Gestaltung können Nutzer die Werte, die manuell veränderbar sind, leicht von den zweidimensionalen, grafischen Darstellungen unterscheiden. Sämtliche Statusanzeigen werden mehrfach kodiert, um beispielsweise auch farbfehlsichtigen Nutzern eine sichere Bedienung zu gewährleisten.
Projektreferenz aus dem Jahr 2012






