Pfad durch den UX Buzzword-Dschungel

Gibt man in der Personensuche in LinkedIn das Stichwort "User Experience" ein, erhält man allein für Deutschland über 30.000 Ergebnisse. Das heißt, dass über 30.000 Menschen in Deutschland beruflich mit User Experience (UX) zu tun haben. Diesen Zahlen zufolge sollte man annehmen, dass User Experience – zumindest in der Praxis – weitestgehend angekommen und verstanden ist. Doch ist das tatsächlich der Fall?

  • Eine aktuelle Studie der Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart zeigt, dass User Experience häufig in der Unternehmenspraxis zwar als wichtig betrachtet wird. Jedoch wissen viele nicht, was genau User Experience bedeutet. Obwohl 72 Prozent der Befragten angaben, zu wissen, was UX ist, konnten sie bei genauerer Nachfrage größtenteils nur Synonyme für UX, wie "Nutzererfahrung" oder "Benutzererlebnis", nennen. Andere wichtige Aspekte des komplexen Konzepts, wie das emotionale Erleben der Nutzung oder die Erfüllung von Bedürfnissen, fielen unter den Tisch.

    Das ist keine Seltenheit, wenn ein Begriff zu einem sogenannten "Buzzword" wird. Jeder redet darüber, aber die wenigsten wissen was hinter diesem Begriff steckt – und das gilt oft nicht nur für die Praxis, sondern auch für große Teile der Forschung. Die Buzzwords werden dabei häufig zu oberflächlich betrachtet, die dahinterstehenden Konzepte und Methoden nicht in ihrer Tiefe verstanden. Reagiert wird dann mit "Das machen wir doch immer schon so" oder "Das ist doch das Gleiche wie ...". Denn Buzzwords eilt ein schlechter Ruf vorweg: Sie seien nur "Modeerscheinungen". Doch Buzzwords sind per se nichts Schlechtes. Sie verdeutlichen vielmehr neue Entwicklungen und weisen auf notwendige Änderungen hin. Deshalb ist es umso wichtiger, Buzzwords in ihrer Tiefe zu erklären.

    Doch nicht nur oberflächliche Definitionen stellen ein Problem dar. An vielen Stellen fällt es zudem schwer, User Experience von anderen verwandten oder ähnlichen Begriffen trennscharf abzugrenzen. Was hat UX zum Beispiel mit Design Thinking zu tun? Und ist das nicht genau dasselbe wie Human-centred Design? Bedeutet gute Usability auch gleich gute User Experience? Was heißt überhaupt gute User Experience? Und was haben Positive Design und Lean UX damit zu tun? Bei so vielen ungeklärten Fragen erscheint es nicht nur logisch, sondern vielmehr notwendig, Licht in diesen UX-Buzzword-Dschungel zu bringen.

    Michael Burmester, Professor an der HdM Stuttgart und Experte für User Experience, hinterfragt die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit UX.
    Michael Burmester, Professor an der HdM Stuttgart und Experte für User Experience

    Für UID hinterfragt Michael Burmester, Professor an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart und Experte für User Experience, die wichtigsten Begriffe in diesem Zusammenhang und bringt sie in eine Beziehung zueinander. In regelmäßigen Abständen veröffentlichen wir Artikel, die sich zu unserem großen UX Buzzword-Dschungel zusammenreihen.

    Zum Start lesen Sie in "Die neue alte Kreativität: Revolutioniert das Design Thinking die nutzerzentrierte Gestaltung?", was Human-centred Design von Design Thinking unterscheidet.

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Dr. Claus Görner &
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