Messetagebuch: "Bässä zur Messä"

Über "Bässä zur Messä"
12 Leitmessen, mehr als 6.000 Aussteller auf 200.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche - die Hannover Messe war ein beinahe unüberschaubares Ereignis. In diesem Messetagebuch haben die Usability Consultants Thom Scheiner und Andreas Beu von ihren Eindrücken und Erfahrungen berichtet. Welche Trends gibt es rund um Usability und Industrie? Wie lauten die ganz persönlichen "Bässä zur Messä"?
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Zum Abschluss: Montag, 23. April 2007, Vielen Dank für Ihr Interesse!
Vertriebsleiter, Journalisten, Bewerber, Ingenieure, Maschinenbediener, Produktmanager, Geschäftsführer... Gesprächspartner auf der diesjährigen Hannovermesse kamen aus unterschiedlichsten Kontexten und mit unterschiedlichsten Anliegen. Immer wieder erlebten wir Verwunderung darüber, dass sich ein Unternehmen um Nutzerfreundlichkeit kümmert, dass "jemand so etwas macht". Und dann zählten sie gleich Beispiele auf, "wo Sie mal dran arbeiten müssten": die Oberflächen an den eigenen Geräten im Betrieb, dem Zeiterfassungssystem, den Fahrtkartenautomaten, den Mobiltelefonen und dem Videorekorder.
Ok, jetzt sind wir wieder in den Büros in München und Ludwigsburg und arbeiten daran. Wir sind ja aufmerksam geworden auf einige Oberflächen, die wir bis zur nächsten Messe in Hannover gerne optimiert haben wollen.
Der Tag danach: Samstag, 21. April 2007, Life Cycle Management
Ein großes Thema der diesjährigen Hannover Messe war das "Life Cycle Management". Beim "Life Cycle Management" - oder auf Deutsch der Verwaltung des Produktlebenszyklus - geht es um die durchgängige Betreuung eines Industrieproduktes über dessen gesamte Lebensdauer von der Produktidee bis zum Recycling.
Die alle zwei Jahre im Rahmen der Hannover Messe stattfindende Leitmesse der Antriebs- und Fluidtechnik, "Motion, Drive & Automation", hat dieses Jahr das "Life Cycle Management" zum ausstellerübergreifenden Thema gewählt (Mehr Informationen auf der Website der Hannover Messe). Auch bei den Feldgerätehersteller war die Verwaltung des Produktlebenszyklus zentraler Gesprächsstoff.
Welche Berührungspunkte gibt es zwischen "Life Cycle Managemet" und Benutzungsfreundlichkeit? Kunden erwarten eine einheitliche und intuitive Bedienung - unabhängig davon, in welcher Phase des Lebenszyklus sie mit Bedienoberflächen eines Produktes konfrontiert werden. Beim Recherchieren auf der Website des Herstellers, beim interaktiven Produktkonfigurator, bei der Inbetriebnahme und Parametrisierung des Produktes oder beim Service-Fall. Keine leichte Aufgabe, sowohl technisch wie auch organisatorisch. Sind doch bei der Gestaltung der Bedienung die unterschiedlichsten Abteilungen eines Herstellers involviert. Auch verschiedene technische Plattformen spielen eine Rolle: beispielsweise Web-Anwendungen für die Produktkonfiguration und Embedded XP für die Inbetriebnahme.
UID fühlt sich hier bestens aufgestellt: Fundiertes Wissen im Bereich innovativer Web-Technologien, moderner Büro-Software-Systeme und ergonomischer Maschinen- und Gerätebedienung sind unter einem Dach vereint.
Tag 5: Freitag, 20. April 2007, Mensch & Mechatronik
Mechatronik ist eines der Schlagworte, welches die Investitionsgüterindustrie seit einigen Jahren beherrscht. Der Begriff Mechatronik (Mechanical Engineering-Electronic Engineering) ist ein Kunstwort und beschreibt das interdisziplinäre Zusammenwirken der Konstruktion, Elektrotechnik und Informatik bei der Realisierung industrieller Produkte und Systeme.
Der Begriff "Mechatronik" bringt eine der wichtigsten Entwicklungen des letzten Jahrzehnts in der Investionsgüterindustrie auf den Punkt: Früher flossen die Aufwände hauptsächlich in die mechanische Konstruktion. Heutzutage werden bei einer Neuentwicklung einer Maschine bereits rund 40 bis 45 Prozent in die softwaretechnische / steuerungstechnische Entwicklung, sowie 10 bis 20 Prozent in die Entwicklung elektronischer Komponenten investiert. Diese Situation erforderte von den ehemals konstruktionslastigen Firmen den Wandel hin zu einem von der Digitaltechnik geprägten Mechatronikunternehmen.
Der Parcours Mensch & Mechatronik auf der Hannover Messe stellte dar, wie heutzutage in modernen Industrieunternehmen Grenzen zwischen Elektronik, Softwareentwicklung und Mechanik überwunden werden. Das Überwinden dieser Grenzen ist auch ein Anliegen der User Interface Design GmbH. Unsere jahrelangen praktischen Erfahrung im Industrieumfeld haben gezeigt: Die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Konstruktion, Elektrotechnik und Informatik ist eine wichtige Voraussetzung für die Gestaltung benutzerfreundlicher Produkte. Denn bei der Bedienung nimmt der Benutzer die Maschine oder das Gerät immer als "Ganzes" wahr. Er zieht keine Grenze zwischen den Stellteilen und Tasten, die von der Konstruktion vorgegeben werden, und den Dialogelemente und Anzeigen auf den Bildschirmen, die die Informatiker programmiert haben.
Mitunter fehlt aber genau hier die enge Kooperation. Nicht selten arbeiten Software-Entwicklung, Konstruktion und Elektrotechnik relativ unabhängig voneinander. Grundvoraussetzung für den Erfolg des Useware Engineerings sind aber eine enge Verzahnung der Hardware-Konstruktion, Elektrotechnik und Software-Entwicklung. Auch definierte Engineering Prozesse mit Phasen und Meilensteinen sind nötig.
UID geht sogar noch einen Schritt weiter. Technische Dokumentation und die Schulung in die Produktentwicklung werden eingebunden. UID hat hierfür den Begriff "Total User Experience" geprägt.
Die Abbildung zeigt das Logo des Parcours Mensch & Mechatronik auf der Hannover Messe.
