Zusammen auseinandersetzen: VDMA veranstaltet Erfa Software-Ergonomie

Der Verband Maschinen- und Anlagenbau Baden-Württemberg (VDMA Baden-Württemberg) veranstaltete kürzlich eine Diskussionsrunde zum Thema Software-Ergonomie. Mittendrin statt nur dabei: Andreas Beu, Manager Industry Solutions bei UID.

Bei der HEITEC AG in Heilbronn stand am 20. Juli die intuitive und attraktive Gestaltung von Bedienoberflächen im Mittelpunkt einer Diskussion. Wichtige Vertreter der Industrie und Software-Branche setzten sich zusammen, um ihre Erfahrungen zum Thema Software-Ergonomie auszutauschen (Erfa = Erfahrungsaustausch). Am Ende waren sich die Teilnehmer einig: Bedienfreundlichkeit ist im Zeitalter von Bits und Bytes das A und O.

Dass benutzerfreundliche Bedienoberflächen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor sind, stand für die Teilnehmer des Erfa außer Frage. Die größten Vorteile: niedrigere Kosten für Servicehotlines, reduzierte Wartungskosten, besseres Markenimage, weniger Schulungsaufwand und die Vollausschöpfung der Funktionalitäten der Maschinen. Warum aber stehen nach wie vor unzählige Anwender vor ihrer Maschine und raufen sich die Haare? Schuld daran ist die schlechte Einbindung von Anwendern in der Entwicklungsphase, so die Teilnehmer.

Dabei können in dieser Phase Fehler sehr einfach vermieden oder günstig behoben werden, weiß Claus Oetter vom VDMA-Fachverband Software. Er verwies auf den Leitfaden Software-Ergonomie des VDMA. Neben der Projektplanung wird dort vor allem auf grundlegende Gestaltungsregeln eingegangen.

Mit Leitfäden hat auch Harald Preiml, Vorstand der HEITEC AG, gute Erfahrungen gemacht. Insbesondere der Software-Entwicklungsprozess kann mit Hilfe eines Leitfadens optimiert und die Entwicklungszeit reduziert werden, so seine Erkenntnisse.

Positives zum Thema Leitfaden hatte auch Klaus Bauer zu berichten, Leiter Mensch-Maschine-Interaktion bei TRUMPF Werkzeugmaschinen. Dank des TRUMPF-Styleguides verfügen alle Systeme über eine gleich strukturierte Oberfläche. Für TRUMPF wurde die Benutzungsoberfläche so zur Visitenkarte des Unternehmens. Sie erleichtert den Ein- und Umstieg und erhöht dadurch die Kundentreue. Als quantitatives Ergebnis führte Bauer den reduzierten Schulungsaufwand an einer Maschine an: von 3 Tagen auf 1 Tag, bei Stammkunden sogar nur 2 Stunden.

In der Runde durfte natürlich auch ein Usability-Experte nicht fehlen. Ein Fachmann für benutzerfreundliche Industrie-Produkte ist Andreas Beu, Manager Industry Solutions bei UID. Er konnte den Teilnehmern hilfreiche Empfehlungen mit auf den Weg geben. Von großer Bedeutung seien zum Beispiel die genaue Ermittlung der Anwender und deren Aufgaben. Dafür müsse man den Menschen, die mit den Maschinen arbeiten, über die Schulter schauen. In anschließenden Gestaltungsworkshops sollten dann Prototypen aus Papier, mit Flash oder PowerPoint entworfen und somit erlebbar gemacht werden. Abschließende Usablity-Tests mit den Endanwendern könnten nochmals wichtige Ergebnisse liefern.

Fazit des Erfahrungsaustausches: Unterschiedliche Anwendergruppen nutzen unterschiedliche Funktionen einer Maschine. Eine flexible Benutzerverwaltung ist daher von hoher Bedeutung. Auf Grund der zunehmenden Globalisierung und Internationalität der Unternehmen ist es außerdem wichtig, die System-Sprache schnell und einfach umstellen zu können. So das Ergebnis der Diskussionsrunde.